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Ich möchte Sie hier künftig vier- bis sechsmal im Jahr über aktuelle Rechtsprechung, Entwicklungen der Gesetzgebung und Neues aus der Finanzverwaltung informieren und Sie auf Gestaltungsmöglichkeiten und „Fallstricke“ aufmerksam machen.

Dennoch sollten Sie nicht darauf verzichten Ihre steuerrechtlichen Probleme in die Obhut eines Fachmanns zu geben.

Sie lesen heute meinen ersten kostenlosen Steuertipp.

Steuertipp 2, September 2020

„Spekulationsgeschäfte“

Private Veräußerungsgeschäfte (§ 22 Nr. 2 des Einkommensteuergesetzes) sind gemäß § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes unter anderem Veräußerungsgeschäfte bei Grundstücken, bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als zehn Jahre beträgt; sie wurden in früheren Fassungen des Einkommensteuergesetzes als „Spekulationsgeschäfte“ bezeichnet.

Für die Berechnung des Zeitraums zwischen Anschaffung und Veräußerung sind grundsätzlich die Zeitpunkte maßgebend, in denen die obligatorischen Verträge, also die notariellen Verträge, abgeschlossen wurden.

Der Veräußerungsgewinn ist die Differenz aus dem Veräußerungserlös abzüglich der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und der Veräußerungskosten (z.B. Maklerkosten). Der Veräußerungsgewinn ist um die objektbezogenen Abschreibungen zu erhöhen.

Ausnahme(tatbestand)

Eine Steuer fällt gemäß § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 S. 3 des Einkommensteuergesetzes nicht an, wenn das Grundstück zwischen Anschaffung und Veräußerung ausschließlich (ununterbrochen) zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurde (Fallgruppe 1).

Begünstigt sind außerdem Grundstücke, die der Steuerpflichtige zwar nicht ausschließlich, aber zumindest im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zusammenhängend zu eigenen Wohnzwecken genutzt hat (Fallgruppe 2).

Dabei muss die Nutzung zu eigenen Wohnzwecken im Jahr der Veräußerung und im zweiten Jahr vor der Veräußerung nicht während des gesamten Kalenderjahrs vorgelegen haben; vielmehr genügt ein zusammenhängender Zeitraum der Nutzung zu eigenen Wohnzwecken, der sich über drei Kalenderjahre erstreckt, ohne sie – mit Ausnahme des ersten Jahres vor der Veräußerung – voll auszufüllen.

Deshalb sieht der Bundesfinanzhof (BFH-Urteil IX R 10/19 vom 03.09.2019) die Voraussetzungen der Fallgruppe 2 auch dann als gegeben an, wenn die Wohnimmobilie im Jahr der Veräußerung kurzzeitig vermietet wurde.

Voraussetzung ist, dass der Steuerpflichtige das Immobilienobjekt – zusammenhängend – im Veräußerungsjahr zumindest an einem Tag, im Vorjahr durchgehend sowie im zweiten Jahr vor der Veräußerung zumindest einen Tag lang zu eigenen Wohnzwecken genutzt.

Steuertipp 1, 30. April 2020

Erbschaftsteuerbefreiung für ein Familienheim

Nach § 13 Abs. 1 Nr. 4b Erbschaftsteuergesetz bleibt (unter den dort näher bezeichneten Voraussetzungen) der Erwerb des (Mit)Eigentums an einem sog. Familienheim durch den überlebenden Ehegatten im Erbfall steuerfrei.

Um Missbräuchen vorzubeugen entfällt diese Steuerbefreiung gemäß § 13 Abs. 1 Nr. 4b Satz 5 Erbschaftsteuergesetz rückwirkend, wenn der Erwerber das Familienheim innerhalb von 10 Jahren nach dem Erwerb nicht mehr zu Wohnzwecken selbst nutzt.

Der Erwerber muss also das Familienheim auf 10 Jahre selbst (weiter)nutzen, es sei denn, es gäbe zwingende Gründe die einer Selbstnutzung entgegenstehen.

Als zwingende Gründe sollen nur solche Umstände in Betracht kommen, die die Führung eines eigenen Hausstands im Familienheim nicht zulassen. Dies gilt z.B. in Fällen der Einweisung in ein Pflegeheim. Berufliche Gründe sollen demgegenüber unbeachtlich sein.

Die Steuerbefreiung fällt auch mit Wirkung für die Vergangenheit weg, wenn der Erwerber das Familienheim zwar weiterhin bewohnt, das Eigentum daran aber innerhalb der o.g. Veräußerungssperre von 10 Jahren nach dem Erwerb auf einen Dritten überträgt.

Die durch den Erwerb von Todes wegen entstandene (Mit)Eigentümerstellung des überlebenden Ehegatten muss also ebenfalls auf 10 Jahre fortbestehen.

Bitte beachten Sie, dass die Selbstnutzung des Erwerbers zu Wohnzwecken aufgrund eines bloßen lebenslangen Nießbrauchs diesen Anforderungen nicht genügt.

Dies hat der Bundesfinanzhof mit Urteil vom 11.07.2019 (II R 38/16) entschieden.

″WER KÄMPFT, KANN VERLIEREN

WER NICHT KÄMPFT, HAT SCHON VERLOREN″

Berthold Brecht

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der Raimundt Krause Anwaltskanzlei

1993, 2. juristisches Staatsexamen. Zunächst als angestellter Steuerjurist bei Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften tätig. Seit 1999 selbständiger Rechtsanwalt in Mainz.

Unsere Werte sind FAIRNESS und QUALITÄT. Wir gehen fair und freundschaftlich mit unseren Mandanten um.

Seien Sie versichert: IHR Problem ist auch UNSER Problem, unsere Aufgabe, das lösen wir!

Wir arbeiten ständig an uns. Wir lernen ein Leben lang und nehmen diese Herausforderung gerne an.

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Dies ist insbesondere im Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht von unschätzbarem Vorteil, da das Erbschaftsteuerrecht dem Zivilrecht folgt.

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